05.07.2026 – Rückblick E-Bike-Tour. Im Sog der Tour de France

Kaum war am Vortag die diesjährige Tour de France gestartet, schien das Radsportfieber auch unsere Region erfasst zu haben. Sehr wahrscheinlich war dies der Grund dafür, dass sich am Startpunkt in Waldenburg eine hochmotivierte und austrainierte Fahrerschar einfand. Nach dem Beheben kleinerer technischer Probleme konnte das Peleton schließlich geschlossen auf die Strecke geschickt werden.

Der erste Tourabschnitt führte über die ehemalige Entenmörderstrecke von Waldenburg-Bahnhof nach Künzelsau. In zügigem Tempo rollte das Feld durch das sanft gewellte Hohenloher Land, wobei Kupferzell in geschlossenem Verband und ohne nennenswerte Positionskämpfe durchfahren wurde. Anschließend nahmen die Fahrer/innen die rasante Abfahrt ins Kochertal in Angriff.

In der Fußgängerzone von Künzelsau warteten zahlreiche Versuchungen auf das Peleton. Die einladenden Straßencafes und der Biergarten am Kocher mussten jedoch – ganz im Sinne einer professionellen Rennstrategie – unbeachtet bleiben. Stattdessen folgte die erste von insgesamt vierzehn Kocherüberquerungen, bevor der landschaftlich reizvolle Schlösserabschnitt mit Schloss Stetten und Schloss Döttingen absolviert wurde.

Am neuen Sportgelände in Braunsbach gönnte sich das Feld eine wohlverdiente Verpflegungs- und Erholungspause. Zwar versuchten im Folgenden einige besonders ambitionierte Fahrer/innen mit kleinen Ausreissversuchen das Renngeschehen zu beleben, doch der Tourenführer ließ keine Fluchtgruppe dauerhaft davonziehen und stellte den geschlossenen Verband rasch wieder her.

Nach dem Unterqueren der A8-Kochertalbrücke rollte das Feld anschließend gemeinsam in Schwäbisch-Hall ein. Bei einem Eis oder einer Tasse Kaffee wurden die Energiespeicher für den entscheidenden Streckenabschnitt noch einmal aufgefüllt. Hier zeigte sich, wer seine Kräfte optimal eingeteilt hatte. Denn nun wartete die Bergprüfung von Obermünkheim nach Suhlburg: Rasch stand das Ergebnis der Bergwertung fest. Unangefochtener Bergkönig wurde Thomas W., der diesen kräftezehrenden Anstieg mit bewundernswerter Kondition, großem Kampfgeist und bemerkenswerter Zähigkeit souverän meisterte.

Auf der verbleibenden Etappe über Kupfer zurück nach Waldenburg rückte das Fahrerfeld angesichts bedrohlich aufziehender dunkler Wolken noch enger zusammen. Das nahende Unwetter sorgte für eine deutliche Tempoverschärfung, so dass das Tagesziel in Waldenburg in beschleunigter Fahrt und mit trockenen Reifen erreicht werden konnte.

Erst auf der Rückfahrt zur wohlverdienten Schlusseinkehr in Neuhütten zeigte ein kräftiger Regenschauer eindrucksvoll, welcher Dusche das Fahrerfeld nur knapp entgangen war. So endete eine gelungene Tour mit sportlichem Ehrgeiz, landschaftlichen Höhepunkten und einer Portion Tour-de-France-Flair – ganz ohne Zeitmessung, aber mit vielen zufriedenen Gesichtern im Ziel.

Gez.: Ernst Rücker